Geschichte ab 2003

Bögen 19 & 20

Nach beinahe zweieinhalb Jahren Konzeption, Verhandlung und intensiver Suche nach einem geeigneten Objekt hat im Frühjahr 2003 der Innsbrucker Gemeinderat mit seinem Beschluss, das Projekt mit einer Startsubvention von 30.000 Euro zu unterstützen (und auch weiterhin zu finanzieren), den Startschuss für dessen Realisierung gegeben. Die Vereinbarung mit der Stadt Innsbruck sah nur die Anmietung eines Büros als Service- und Koordinationsstelle vor. Der dringend benötigte Veranstaltungsraum stand für die Stadt Innsbruck nicht zur Debatte.

Bei der neuerlichen Suche nach einem konkreten Standort kam der Zufall zu Hilfe. Zuerst konnte ab ersten Juli der Eisenbahnviaduktbogen Nr. 20 zunächst für das Basisbüro angemietet werden. Überraschend wurde der daran angrenzende Bogen 19 zur Vermietung frei und ebenfalls von der p.m.k angemietet. Die Anmietung des zweiten Bogens, um diesen für kleinere Veranstaltungen zu adaptieren und infrastrukturell dementsprechend auszustatten, war ein durchaus mutiges und ein bei der damaligen Finanzlage des Vereins risikoreiches Unterfangen.

Das Land Tirol war von Anfang an Partner des Projekts und stellte eine Beteiligung nie in Frage. Durch die Übersiedlung von Landesrat Platter nach Wien war zum damaligen Zeitpunkt jedoch die Mitfinanzierung des Landes fraglich. 2003 gab es vom Land Tirol nur Euro 20.000.-. Vom Bund gab es Finanzierungen 2003 für die Infrastruktur und die Kunstprojekte von Thomas Feuerstein und Christoph Hinterhuber mit der Option sich zukünftig an der Finanzierung eines innovativen Kulturprogramms zu beteiligen.

Heute ist die p.m.k froh über diese Flucht nach vorne:
Dass zwei Viaduktbögen fast zur gleichen Zeit frei werden, die noch dazu verbunden werden können ist ein äusserst seltener Glücksfall. Inzwischen hatte sich das Land Tirol mit einer Investitionssumme von Euro 57.000.- und einer Summe von Euro 40.000.- für den laufenden Betrieb 2004 beteiligt. Die Stadt blieb 2004 bei einer Jahressubvention von 30.000.- Euro.

Die Bögen befinden sich in absolut zentraler Innenstadtlage und in unmittelbarer Nähe zu anderen Bogenlokalen, Workstation und Jugendzentrum Z6. Damit war von vornherein die Frequenz eines potentiellen Publikums garantiert. Zum anderen gibt es so gut wie keine Lärmproblematik. Es gibt keine wohnenden Anrainer in unmittelbarer Nähe. Die massive Bauweise der Viaduktbögen schaltet den sonst so problematischen Körperschall aus.

Umbau / Adaptierung

Ein höchst gelungener Umbau, der durch Reduktion auf das Wesentliche in seiner funktionalen Klarheit und ästhetischen Einfachheit besticht. Diese ästhetisch sinnvolle und ansprechende Reduktion auf das Wesentliche zieht sich auch bei der Wahl der eingesetzten Materialien und bei dem sparsamen Umgang mit Farbe durch. Durch einen an der strassenabgewandten Rückseite bereits bestehenden Anbau konnten die beiden Bögen verbunden werden. Strassenseitig sind die Bögen jeweils über separate Eingänge betretbar. Die Fassaden bestehen in beiden Fällen aus architektonisch reizvollen Glasstahlkonstruktionen.

Das bedeutete für das Raumkonzept, dass der Bogen 20 in seiner gesamten Grundfläche (ca. 100 m2) als Veranstaltungsraum genutzt werden kann. Gemäss der spartenübergreifenden Konzeption der p.m.k können dort sowohl Musikveranstaltungen im "klassischen" Bandbereich, Veranstaltungen im Bereich neuer elektronischer Musik, Lesungen, Ausstellungen, Vorträge, Symposien, Workshops etc. veranstaltet werden. Zudem kann der Raum tagsüber vielfältig genutzt werden.

Die für den Veranstaltungsraum notwendigen Nebenräume wie WCs, Lager, kleiner Backstageraum sowie Teeküche wurden im hinteren Teil des Bogen 19 untergebracht und waren vom Veranstaltungsraum über den Anbau zugänglich. Zudem wurde der Keller als Lager nutzbar gemacht. Im vorderen Teil des Bogen 19, begehbar durch einen eigenen Eingang von der Strasse aus, wurde das Büro untergebracht.

Die wesentliche gestalterische Grundentscheidung war die Reduktion der Innenraumgestaltung auf die originale massive Grundstruktur der Viaduktbogenbauweise (massive grosse Natursteine an den Seitenwänden und Stampfbeton Rundbogenkonstruktion an den Decken). Weiters wurden bei der Planung bereits vorhandene Infrastrukturen, insbesondere Installationen, Heizungsrohrverlegung, Wasseranschlüsse und Elektrik etc. bestmöglich in das Raumkonzept miteinbezogen, sodass diesbezüglich kaum zusätzlichen Kosten angefallen sind.

Die wenigen gestalterischen Ein- und Umbauten ergaben sich aus den Notwendigkeiten der zukünftigen Nutzung einerseits und insbesondere aus der Erfüllung von baupolizeilichen, brandschutzrechtlichen und sonstigen veranstaltungsrechtlichen behördlichen Auflagen. Das betraf hauptsächlich Massnahmen zur Verbreiterung der vorhandenen Türen, Schaffung von Notausgängen und entsprechend breiten Fluchtwegen, vorgeschriebene Anzahl von WCs, den Einbau einer Lüftung, Fluchtwegsbeschilderung, Feuerlöscher, Brandschutzmelder etc.