Kunst

Permanente Installationen von Thomas Feuerstein und Christoph Hinterhuber

Die aus Innsbruck stammenden Künstler Thomas Feuerstein und Christoph Hinterhuber sind in der Szene aufgewachsen und wurden von ihr gleichermassen geprägt wie sie prägender Teil dieser Szene geworden sind. Beide Künstler haben sich spontan bereiterklärt, zunächst gemeinsam ein Konzept zur gemeinsamen Gestaltung der gesamten Fassade zu entwickeln. In weiterführenden Gesprächen parallel zur Entwicklung des Raumkonzepts kristallisierten sich die Konzepte deutlich. Die beiden künstlerischen Projekte sollen aufeinander abgestimmt die programmatische Absicht des Gesamtprojekts vor Ort in die Öffentlichkeit transportieren und Signifikanz im Sinne einer Schnittstelle nach aussen schaffen. In der Umsetzung sollen die Projekte jedoch die unterschiedlichen Arbeitsweisen und formalen Ausdrucksmittel beider Künstler nutzen.
Daraus resultierten zwei Arbeiten die in ihrem unterschiedlichen formalen Ansatz, ihrer unterschiedlichen räumlichen Wirkung aber auch in ihrem diskursiven Zusammenwirken die unterschiedlichen Arbeitsbereiche und auch das Zusammenspiel von Basisbüro und Veranstaltungsraum transparent machen.

Thomas Feuerstein – Fassadenprojekt Bogen 19 (Veranstaltungsbogen)

pmk Logo 3

pmk Logo 4Ein aktives Logo aus lebenden Algen setzt die Identität der p.m.k und die Parameter Labor Produktion und Nährboden künstlerisch um. Die Arbeit von Thomas Feuerstein bezieht sich auf Namen und Inhalt des Projekts p.m.k und folgt in der Umsetzung der derzeitigen Arbeitsweise des Künstlers. Der Name p.m.k der sowohl der Geschichte des Projekts und der lebendigen Szene in Innsbruck, dem sozialen wie auch gesellschaftspolitischen Kontext sowie dem spartenübergreifenden kulturellen und künstlerischen Programm Rechnung trägt, bildet den Ausgangspunkt der Arbeit. Die Formen der Buchstaben p.m.k wurden als transparente Bioreaktoren entwickelt, die als lebendiges System sich ständig verändern, vermehren, wachsen und weiterentwickeln. Angestrebt war, dass der so entstehende lebende Schriftzug, der gewissermassen als aktives labor- produktives- nährboden- Logo, durch die Glasfassade des Veranstaltungsbogens 20 strassenseitig hin sichtbar ist, durch die Verwendung entsprechenden Biomaterials (Algen) in Kombination mit dem Einsatz entsprechender Lichtquellen (Neonröhren) auch in der Nacht leuchtet. Die Arbeit nimmt Bezug auf die Identität der p.m.k und setzt die Parameter Labor Produktion und Nährboden künstlerisch um. Die Durchführung und Umsetzung der Arbeit erfolgt mit Unterstützung der Universität Innsbruck, Institut für Mikrobiologie. Der Künstler hat bereits mehrere derartige Arbeiten realisiert, zuletzt u.a. die Arbeit mit dem Titel "fiat::radikale individuen - soziale genossen", die im Leopoldmuseum im Rahmen der gleichnamigen Ausstellung zu sehen war oder derzeit in der Galerie Thoman Innsbruck.

Christoph Hinterhuber – Raumbelichtung Bogen 20 (Lounge)

Ohne Theorie keine Revolution 5

Ohne Theorie keine Revolution 1Die Arbeit von Christoph Hinterhuber folgt seiner künstlerischen Ausdrucksweise. In der Weiterführung der konkreten Poesie belichtet Christoph Hinterhuber Räume mit Neonschriften, die begrifflich reduzierte Informationen einblenden und diese über die Sprache hinaus an neuronale Prozesse koppeln. An der durch die fassadenseitige Glasstahlkonstruktion sichtbaren Stirnseite des Bogen 19, die die Trennwand zwischen Büro und Veranstaltungsräumen bildet ist der Satz angebracht: OHNE THEORIE KEINE REVOLUTION. Rosa Neonschrift auf anthrazitfarbenem Hintergrund. Durch die Farbgebung der Schrift im Verhältnis zur Farbgebung des Hintergrunds wird subtil Bezug auf das Gesamtprojekt genommen. Die permanente diskrete räumliche Beleuchtung der Arbeitsplätze im Büro, die auch in der Nacht sichtbar sind, verdeutlicht ebenfalls die Parameter Labor Produktion und Nährboden und ist unter anderem ein schmunzelnd ironischer Hinweis darauf, dass sich hinter Kunst und Kultur eine Menge an Arbeit und hinter relevanter Kunst und Kultur eine Menge Theorie verbirgt.

Raumgestaltungskonzept von Cornelius Knapp

Eine raumübergreifende Schleife aus 1800 Laufmetern Panzerflexrohren als einziges dekoratives Element. Dem Prinzip der Reduktion auf das Wesentliche und einer sich ausschliesslich aus funktionalen Parametern ergebenden Umsetzung folgt auch der Raumgestaltungsentwurf von Cornelius Knapp. Er entwarf ein zwischen Aussen- und Innenraum übergreifendes gestalterisches Tool welches als einziges dekoratives Element dient. Der Entwurf basiert auf den Anforderungen an eine Aussenfassade, den akustischen Bedürfnissen im Innenraum mit Bühne (diffuses Schallbild und Absorbtion) sowie auf raumgestaltenden Qualitäten im Zusammenspiel mit den permanenten Installationen von Christoph Hinterhuber und Thomas Feuerstein. Aufgrund dieser funktionalen Anforderungen und den feuerpolizeilichen Notwendigkeiten erfolgte die Wahl des Materials: 1800 Laufmeter hitze- und feuerbeständige schwarze Panzerflexrohre, die sich in Form einer raumübergreifenden Schleife abbilden. Die Realisierung ist zugleich ein gelungenes Beispiel für Sponsoring. Die Herstellerfirma der Spezialrohre Fa. Univolt zeigte sich begeistert von der neuartigen ästhetischen Anwendung ihres hochwertigen Produkts und stellte die Hälfte des kostspieligen Materials zur Verfügung.