Struktur

Struktur als Programm

Neue Formen künstlerischer Ausdrucksweise brauchen neue und geeignete Orte und Strukturen der Produktion und Präsentation. Diese Orte müssen offen, flexibel und in jedem Fall entwickelbar sein. Dies gilt gleichermaßen für Infrastrukturen und Organisationsstrukturen und natürlich auch für die Mittel. Stichwort: Produktionsstätten, Experimentierräume.
Vor diesem Hintergrund, einerseits einer ständigen Ausdifferenzierung in unterschiedlichste Sparten und Bereiche und andererseits aus der Notwendigkeit heraus offen auf die neuesten Strömungen jederzeit flexibel reagieren zu können, wurde die spezielle Struktur der p.m.k entwickelt. So gesehen ist die Struktur der p.m.k ihr Programm.
Die p.m.k als aktiver Zusammenschluss von momentan 30 in Innsbruck bereits seit längerem tätigen Kulturvereinen wurde mit dem Ziel gegründet, vergleichbar mit einer Regiegemeinschaft etwa bei Rechtsanwälten oder Architekten, einen gemeinsamen Veranstaltungsort einzurichten und zu bespielen und andererseits Aufgaben wie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Koordination sowie Geschäftsführung etc. in einem gemeinsamen Büro zu bündeln.
Die inhaltliche Breite und Vielfältigkeit spiegelt sich in der Mitgliederliste der p.m.k und das ist auch ihre besondere Stärke: die vielen Spezialisten, die in ihrem Bereich spezielles Know How und den Überblick über die wichtigsten aktuellen Entwicklungen haben und über beste Kontakte zu Musikern, Künstlern, Agenturen und Theoretikern verfügen. Darauf hat die p.m.k von Anfang an gebaut und sich bemüht, all diese Gruppierungen so intensiv wie möglich einzubinden. 

Ausdifferenzierung der Richtungen und Stile 

Es ist eine Tatsache, dass es insbesondere durch den Einsatz digitaler Medien in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren im Bereich Musik zu einer vorher noch nie da gewesenen Ausdifferenzierung in verschiedenste Richtungen und Stile gekommen ist. Das gilt natürlich nicht nur für die Musik sondern für alle künstlerischen Sparten, wobei die Grenzen innerhalb der Sparten fließend sind. Stichwort: disziplinübergreifend.
Ein weiteres relativ neues Phänomen ist dabei auch, dass sich die Sparten untereinander in viel stärkerer Weise als noch vor zehn Jahren vernetzen, es wird vorwiegend in Teams gearbeitet. Waren es bis zu dieser Zeit vor allem die diversen Spielarten des Rock und Jazz, die für Ambitionierte in der Musikproduktion und -vermittlung interessant waren, erweiterten in den 90ern Techno, Hip Hop, House, Drum `n` Bass und dutzende Untergenres und Fusionen dieser neuen Musikrichtungen, das musikalische Feld. 

Überregionalen Anspruch lokal umsetzen 

Auch lokal gesehen brachte diese „digitale Revolution“ eine Vielzahl engagierter in diesen neuen Formen arbeitender Musiker und Veranstalter in Innsbruck an den Start, von denen mittlerweile viele seit Jahren auf höchstem Niveau, dem Forschen nach Musik am Puls der Zeit und dem Anspruch an höchstmögliche Qualität verpflichtet, konstant daran arbeiten, urbanes zeitgenössisches Musikschaffen in Innsbruck hörbar zu machen.
Was in großen Städten wie Wien oder Berlin in zahlreichen Clubs und Veranstaltungszentren eine Selbstverständlichkeit ist, bedarf in vergleichsweise kleineren Städten mit ländlicherem Umfeld ungleich grösseren Aufwands, Engagements und Professionalität. Aber gerade dort, wo Zeitgenössisches und die Information darüber nicht von vornherein leicht verfügbar ist, ist es notwendig, an einer Aktualisierung stetig zu arbeiten und Interessierten ein Programm mit Niveau auf der Höhe der Zeit zu garantieren bzw. die Hörgewohnheiten an dieses Niveau heranzuführen, um sich nicht dem Vorwurf der Provinzialität aussetzen zu müssen. Das gilt für die aktiven Musikschaffenden und Veranstalter, die sich hier in Tirol und nicht in Wien oder Berlin entwickeln, später dann aber dort unter Umständen bestehen müssen gleichermassen wie für ein potentielles Publikum. Dies ist in ländlicherem Umfeld aber umso schwieriger, als dass man zwar nach aussen hin vernetzt einer internationalen Szene verpflichtet ist, das Umfeld aber oft erst überzeugt werden muss.
Neben der Spartenbreite ist es der p.m.k daher ein vordringliches Anliegen verstärkt heimischen Musikern erste Auftritts- aber auch Vergleichsmöglichkeiten zu geben. So spielen als Vorgruppe oder als Nachschlag bei auswärtigen Gästen meist einheimische Bands oder Djs. Dies erscheint der p.m.k besonders wichtig: einheimischen Musikern neben der Auftrittsmöglichkeit durch den Vergleich mit den Spitzen ihres Genres auch die Möglichkeit zur Orientierung und eine Motivation zur Weiterentwicklung zu geben. 

p.m.k als Regiegemeinschaft 

Es gibt ein großes kulturell und künstlerisch engagiertes Potential in Innsbruck. Wir merken das in unserer täglichen Arbeit, wie groß nicht nur das junge kreative Potential, sondern auch wie hoch die Produktivität und das Niveau des in der Stadt Innsbruck seit vielen Jahren arbeitenden Netzwerks aus unterschiedlichen Personen, Vereinen und Kollektiven ist. Wir sind immer wieder überrascht wie engagiert diese Menschen sind und wie hoch die Bereitschaft ist, sich gesellschaftlich einzubringen, vielfach ehrenamtlich und auf eigenes Risiko, was speziell bei jungen Veranstaltern nicht selten auch auf selbst getragene finanzielle Verluste hinausläuft.
Auch in diesem Zusammenhang hat sich die p.m.k als wesentlicher Motor und Motivationsfaktor erwiesen und es  bleibt weiterhin das Hauptanliegen, die Vereine nach Kräften zu unterstützen. So konnte heuer zum Beispiel endlich mit der AKM eine Pauschale ausgehandelt werden, die die p.m.k für ihre Mitgliedsvereine übernimmt. Dadurch ist es gelungen die Mitgliedsvereine wieder ein Stück weit zu entlasten.
Die p.m.k ist vorrangig nicht als Veranstalter tätig, sondern die sie bildenden Mitglieder. Durch diese Konstruktion ist für das Programm eine große, qualitativ hochstehende Vielfalt in allen Bereichen sowie eine unvergleichliche quantitative Dichte gewährleistet.
Attraktiv für die Mitglieder ist die p.m.k, weil sie gute Infrastrukturen und organisatorischen Support vorfinden. Das Konzept sieht den Aufgabenbereich der p.m.k als Dienstleister hauptsächlich im infrastrukturellen, organisatorischen und koordinatorischen Support. Dieser lag anfänglich im Kampf um den notwendigen Ort, die notwendigen Mittel, sowie in der Durchführung des Umbaus und dem Aufbau der notwendigen betriebswirtschaftlichen Strukturen. Das Büro setzt heute neben infrastrukturellem und organisatorischem Support bei Veranstaltungen als Serviceleistung für die Mitglieder verstärkt auch auf gemeinsame Öffentlichkeits- und Pressearbeit. Neben dem monatlichen Programmfolder gibt es auch diese gemeinsame Homepage. Das Konzept schlanke Verwaltung und größtmögliche Unterstützung der Mitglieder, die Gewährleistung guter und professioneller Konditionen und reibungsloser Organisationsabläufe hat sich bewährt.
Die Mitglieder veranstalten auf eigene Rechnung und Verantwortung, nutzen dabei sämtliche technische sowie organisatorische Strukturen und lukrieren sämtliche Einnahmen des Abends, womit sie wiederum ihre Aufwendungen wie Künstlergagen etc. bestreiten. Anders wären weder die vergleichsweise erstaunliche quantitative Dichte des Programms noch das kontinuierliche Halten des Niveaus denkbar. 

Interne Kommunikation 

Eine weitere wesentliche Säule der p.m.k ist die Gewährleistung gut funktionierender interner Kommunikationsprozesse. Das Büro wird als Kommunikationstreffpunkt zum informellen Austausch häufig und gerne genutzt, über ein p.m.k internes Internetforum mit vielen Unterforen werden die Terminplanung und Terminfestlegung gemeinsam abgewickelt, Diskussionen geführt, Protokolle zum jederzeit Abrufen archiviert u.v.a.m.
In zweiwöchentlich stattfindenden offenen Beiratstreffen werden sämtliche (kleinere wie größere) Entscheidungen diskutiert und getroffen, wobei jeder Anwesende entsprechende Punkte auf die Tagesordnung setzen kann. Als Beiräte sind alle Personen, die in der p.m.k oder einem ihrer Mitgliedsvereine tätig sind eingeladen. Diese demokratische Entscheidungsstruktur trägt wesentlich dazu bei, dass die p.m.k in ihrer Gesamtheit von allen Beteiligten engagiert mitgetragen wird.