Vergangenheit und Zukunft

Wie es die Kunst geschafft hat, dass beim Schützenaufmarsch Vergangenheit doch noch auf Zukunft trifft.


Plattenbau

Ein Projekt von Albrecht Dornauer und Columbos Next im Künstlerhaus Büchsenhausen


Ulli Mair :: 5 Jahre p.m.k in den Viaduktbögen

Mit Jubiläen ist das so eine Sache. Leicht könnte man ins Schwärmen geraten, sich im Eigenlob verlieren, vielleicht sogar ein wenig sentimental werden. Waren es doch 5 aufregende Jahre auf die wir da zurückblicken. 5 Jahre Erfolgsstory vom ersten Moment an. Als wir im Juli 2004 die p.m.k eröffneten, wussten wir zwar genau was wir taten, aber dass sich unser Baby tatsächlich so prächtig entwickeln würde konnten wir uns damals nur wünschen. 5 Jahre sind bei Kids der erste runde Kindergeburtstag, für eine Kulturinstitution sind 5 Jahre schon ein kleines Stück Geschichte.


Hannah Crepaz :: unverzichtbar

In den frühen 1970er Jahren entstanden zahlreiche Kulturinitiativen, soziokulturelle Zentren, Arbeitsgemeinschaften oder Vereine, die sich kritisch und vor allem unabhängig von den öffentlichen Institutionen im kulturellen Feld engagierten. Diese weitgehend selbstorganisierten Initiativen trugen maßgeblich zu einer breiteren Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten Kunst- und Kulturformen abseits so genannter Hochkultur bei – und damit einhergehend insgesamt zu einer kulturellen Weiterentwicklung des Landes.


Austrofred :: 5 Jahre unter dem Algentank (heißt das ding so?)

Der Austrofred und Innsbruck, das ist eine geniale Symbiose, und wenn ich sage, Innsbruck, dann meine ich damit natürlich automatisch die p.m.k, eh klar.


Mario Vötsch :: Das Organisieren von Freiheit

Am Anfang war da dieses undurchsichtige Konglomerat. Ein bunter Haufen umtriebiger Menschen, die durch einen Ort oder irgendeine Idee verbunden schienen. Ich hatte keine Ahnung, was dahinter steckte, verstand nicht, wieso jeder Abend von einem anderen kryptischen Namen „gehostet“ wurde, wie einmal Electronic und dann Punk, einmal Metal und dann wieder Folk auf dem Programm stehen konnten. Überhaupt diese nebulösen Bezeichnungen: mal etwas länger wie Alien Explorer, Choke Media Empire oder Dirty Dancing Crew; mal kürzer wie flz, flim oder DKK. „Was soll das?“, dachte ich mir.


Hans Platzgumer :: bis in die p.m.k

Im „Akt“ bin ich aufgewachsen, in den Viaduktbögen beim Innsbrucker Hauptbahnhof. Da waren noch keine anderen Lokale dort. Nur das Akt. Und ich, ein Teenager. Mit dem Fahrrad jede Nacht hinuntergerast, von Hötting runter, Bad Brains im Ohr, so schnell es geht, so laut es geht, hoffen, dass mich Polizisten auf dem Fahrrad in der Altstadt dabei erwischen, wie ich durch die Fußgängerzone fege und ihnen entwische, weil ich wendiger bin als sie. Und dann hinein in den Viaduktbogen, Fensterklappe auf, Tür schnell zu hinter sich. Dann war man in Sicherheit.


Markus Köhle :: Aufhang vor!

Alle sind sie da.
Holdheiten und Durchläuchte.
Man hat einen Geschmackspachtvertrag auf Lebenszeit und ein
weltveränderungsbeständiges Dünkelabonnement.
Man ist damit nicht alleine.
Man findet sich zur Premiere ein.
Alle versinken in der Weichheit ihres Stuhles.
Es wird Zeitgenössisches gegeben.
Man ist geneigt, sich empören zu müssen.
Wenn man als der, der man ist, nicht versteht, wer kann das denn dann ?
Wer soll das denn dann verstehen, und was soll das denn dann überhaupt ?
Man gehört zu den Überhäuptern.
Man kann es sich leisten, zu seinen Neigungen zu stehen.


Markus Schennach :: Ein Zimmer für viele

Dass alle Formen künstlerischer Ausdrucksweisen geeignete Orte brauchen dürfte unumstritten sein. Dass Kulturräume aber auch Orte mit vier Wänden, Boden, Decke, Equipment und OrganisatorInnen sind, und dass diese in vielen Fällen neu geschaffen werden müssen ist schon umstrittener. Infrastruktur kostet Geld. Und zwar dauerhaft. Kunst und Kultur kann nur arbeiten, sich entwickeln, experimentieren und innovative Formen annehmen, wenn sie dauerhaft arbeiten kann. Hier wird ein grundsätzliches Problem der Kulturförderungspolitik sichtbar.


Ingeborg Erhart :: Happy birthday to you, Marmelade im Schuh …

So würden Fünfjährige aufgeregt und mit hochroten Wangen und verstrubbelten Haaren vielleicht ausgelassen kichernd das Geburtstagskind des Tages hochleben lassen.

Das wird beim 5. Geburtstag der pmk eher nicht der Fall sein. Der Sound wird mit Sicherheit besser sein, die pmk ist längst den Kinderschuhen entwachsen und hat sich als Veranstaltungsort und Plattform für 30 Vereine etabliert.

Zu Ausgelassenheit und Feierstimmung besteht jedoch Grund!