Do. 18.6.2026
#diskursiv meets WUV: Zukunft für alle: Demokratie und/oder Utopien, die verbinden?

Gemeinsames Gespräch mit Judith Götz und Kilian Jörg über das Buch von Kilian Jörg: Durchlöchert den Staus Quo.
Außerdem wird zuvor der Film „15 years against reality - Eine DIY Produktion gegen die Heimat“ gezeigt.
Im Zentrum der gemeinsamen Kooperationsveranstaltung steht die Frage, wie Demokratie unter gegenwärtigen gesellschaftlichen Spannungen weitergedacht werden kann – nicht als abstraktes Ideal, sondern als gelebte Praxis, die möglichst viele Perspektiven einbindet. Die Veranstaltung lädt dazu ein, diese Fragen gemeinsam zu diskutieren und neue Ansätze für demokratische Zukunftsentwürfe zu entwickeln.Gemeinsam mit unseren Gästen Kilian Jörg und Judith Goetz werden demokratische Ansätze diskutiert, die versuchen, polarisierende Gegensätze zu überwinden. und dadurch auf breite gesellschaftliche Akzeptanz abzielen - mit dem Ziel, mehr Menschen zu erreichen. Dabei rücken Utopien in den Fokus, die inklusiv und nachhaltig gedacht sind, unterschiedliche Lebensrealitäten und größtmögliche Vielfalt von Lebensweisen und Welten berücksichtigen.
Diie beiden Diskutant*innen werden sich dabei auf konkrete Beispiele aus ihren eigenen Forschungen und Erfahrungen beziehen. Kilian Jörg wird insbesondere auf das gemeinsam mit Michael Hirsch verfasste Buch Durchlöchert den Status Quo (2025) eingehen – ein Werk, das an die Kämpfe der ZAD in Frankreich anknüpft und dazu ermutigt, jenseits der scheinbaren Ausweglosigkeit des kapitalistischen Realismus neue politische Möglichkeitsräume zu denken. Judith Goetz hingegen bringt Erfahrungen ein, die sie im April 2025 während einer Delegationsreise in die autonome Selbstverwaltung von Rojava (Nordostsyrien) gesammelt hat. Dort begegnete sie einem gelebten gesellschaftlichen Entwurf, der auf Frauenrechten, ethnischer Vielfalt, ökologischer Nachhaltigkeit und basisdemokratischen Strukturen beruht – ein Modell, das ihre Perspektiven auf demokratische Transformation nachhaltig erweitert hat. Rojava und der ZAD sollen als Orientierungspunkte dienen für eine Diskussion über Utopien in Demokratien. Auch die Rolle staatlicher Institutionen wird reflektiert – insbesondere im Hinblick auf ihre Offenheit gegenüber Impulsen aus der Zivilgesellschaft, utopischen Entwürfen und experimentellen Räumen, in denen neue Formen des Zusammenlebens erprobt werden. Welche Formen von Teilhabe sind denkbar, die nicht nur engagierte Minderheiten erreichen? Wie lassen sich visionäre Ideen so formulieren, dass sie im Alltag anschlussfähig bleiben?
Zu den Autor*innen:
Judith Goetz ist Politik- und Bildungswissenschaftlerin, Gender-Forscherin, Rechtsextremismus-Expertin und Mitglied der Forschungsgruppe Ideologien und Politiken der Ungleichheit (FIPU). Sie lehrt und forscht als Postdoc an der Universität Innsbruck im Bereich Politische Bildung. Ihre Interessensschwerpunkte liegen bei Frauen*/ Gender und Rechtsextremismus, Antifeminismus und politische Bildung. Zuletzt erschien der von ihr (mit)herausgegebene Sammelband „Global Perspectives on Antifeminism“ (2023) sowie ihre Dissertation „Geschlechterpolitiken der Identitären". Ein Beitrag zur politischen Bildung gegen Rechtsextremismus“ (2024).
Kilian Jörg arbeitet sowohl künstlerisch als auch philosophisch zum Thema der ökologischen Katastrophe und wie deren transformative Kräfte am besten gedacht und eingesetzt werden können. Bisherige Veröffentlichungen handeln von Clubkultur, dem politischen Backlash aus ökologischer Perspektive, Abstandkultur im Zeitalter der Katastrophen und einer spekulativen Religion der Verschwendung. Kilians aktuelle Forschung setzt sich mit dem Auto als Metapher unserer toxischen Verwobenheit mit modernen Lebensweisen auseinander. Weiters beschäftigt sich Kilian mit den sozio-psychologischen Effekten vom Leben im Ökozid sowie radikalen aktivistischen Strategien der Land-Besetzung wie der ZAD in Frankreich. Neben Büchern und anderen Publikationen macht Kilian Performances, Installationen, Filme und andere Multi-Mediakunstwerke zu diesen und anderen Themen. Außerdem arbeitet Kilian in diversen Kollektiven sowohl künstlerisch als auch aktivistisch, darunter dem Futurama°Lab,Stoffwechsel – Ökologien der Zusammenarbeit, philosophy unbound, der Post-Human Social Club, im_flieger und ist mit dem SFBAffective Societies der FU Berlin affiliert. Weiters unterrichtet Kilian an der School of Transformation der Universität für Angewandte Kunst Wien und in der Studienabteilung Plastik und Environment an der Kunstuniversitäts Linz.
Info zum Film „15 Years Against Reality – eine DIY-Produktion gegen die Heimat“
Im Jahr 2025 hat das Kulturkollektiv ContrApunkt sein 15-jähriges Bestehen zelebriert. Das war Ausgangspunkt für eine DIY Produktion, in der Film-, Text- und Bildcollagen auf Gespräche mit Personen treffen, die in den 15 Jahren auf unterschiedlichste Weise Berührungspunkte mit ContrApunkt hatten. Inhaltlich beschäftigt sich der Film mit Fragen zu Kritik, Heimat und Kulturarbeit – Themen, die auf Grundlage des Selbstverständnisses von ContrApunkt assoziativ besprochen werden.
DJ TEAM RADICAL DEMOCRACY (Kulturkollektiv ContrApunkt) @ pmk Bar - antifascist music for utopias
18:30: Einlass
19:00: Filmpräsentation „15 years of against reality – eine DIY-Produktion gegen die Heimat“ (u.a. mit Judith Goetz und Kilian Jörg)
ca. 19:30: Pause
20:00: #diskursiv meets WUV: Zukunft für alle: Demokratie und/oder Utopien, die verbinden? - Input und Talk mit Judith Götz und Kilian Jörg
Ca. 21:30: DJ TEAM RADICAL DEMOCRACY