OHNE THEORIE KEINE REVOLUTION: METAL

Doors 20:00
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OHNE THEORIE KEINE REVOLUTION: METAL
mit Dr.in Sarah Chaker | Dr.in Anna-Katharina Höpflinger | Mag. Marcel Amoser, MA.

People used to say, "She's all right for a girl,' and I'd be like, 'She's better than you, motherfucker!"
- Lemmy Kilmister (Motörhead)

Spätestens seit den 1980ern ist der Siegeszug des Metals nicht mehr aufzuhalten. Die Subkultur verfügt inzwischen über ein weltumspannendes Netzwerk aus Clubs, Festivals, Magazinen und Onlinekommunikationstools; es gibt mit Encyclopaedia Metallum ein eigenes Lexikon, es existieren spezielle Datingseiten für Metalheads und auch in der Wissenschaft ist Metal inzwischen zu einem ernstzunehmenden Forschungsgegenstand avanciert. Zahlreiche Lehrveranstaltungen an Hochschulen, Fachpublikationen und internationale Symposien setzen sich mit dem Phänomen Metal in all seinen Aspekten auseinander und verdeutlichen, dass Metal auch durchaus als identitätsstiftende Grundlage für ganze Lebensentwürfe herangezogen wird.

In der dritten Einheit unserer Diskussionsreihe “Ohne Theorie keine Revolution” beschäftigen wir uns speziell mit Geschlechterfragen und Geschlechterkonstruktionen in Metal-Subkulturen. Dass gerade dieses Thema auf großes Interesse stößt, zeigen nicht nur Sammelbände wie “Heavy Metal, Gender and Sexuality” (2016) oder der Internationale Kongress “Heavy Metal and Gender” (Köln, 2009), sondern auch die leidenschaftlich geführten Diskussionen, die regelmäßig aufkommen, sobald Frauen in der Metal-Arena populär mitmischen (möchten). Jüngste Diskussionen um die Black Metal Künstlerin MYRKUR, die sogar Todesdrohungen erhielt, oder die japanische Band BABYMETAL lassen die Frage aufkommen, wie es tatsächlich um den Frieden der Geschlechter im Moshpit bestellt ist. Gleichzeitig kann Metal, speziell in seinen als “düster-romantisch” oder “episch” angehauchten Subkulturen wie Symphonic oder Gothic Metal, schon lange mit einem hohen Frauenanteil aufwarten. Auch experimentierte der Glam immer schon mit Androgynität, Queerness und Cross-Dressing, während andere Metal-Subkulturen ihre eher traditionellen Vorstellungen von Männlichkeit gar nicht genug in Stein hauen können.

Was aber ist an Metal so “männlich”? Und weshalb war dennoch das Spiel mit Geschlechtern im Metal immer schon ein großes Thema? Wird man also nicht als Metal*head geboren, um mit Simone de Beauvoir zu sprechen, sondern wird es? Und inwiefern hängen diese Fragen mit weiteren gesellschaftlichen Dimensionen (race, gender, class, ethnicity) in der Metal-Community zusammen? Diesen und mehr Fragen möchten wir an diesem Abend, nach einführenden Impulsreferaten der beiden Diskutantinnen, genauer nachgehen und gemeinsam diskutieren.
- Text: David Prieth

Diskutantinnen:
Dr.in Sarah Chaker studierte an der Uni Oldenburg Musikwissenschaft und Germanistik, promovierte ebendort im Fach Musik zum Thema Black- und Death Metal und arbeitet derzeit am Institut für Musiksoziologie der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Extreme Metal ist ihr seit vielen Jahren ein treuer Begleiter, beruflich/wissenschaftlich wie privat. Derzeit träumt sie von der Realisierung einer Black Metal Winter School, bei der sich Metal-Profis aus allen möglichen Bereichen (Musik, Design, Veranstaltung usw.) gemeinsam mit Studierenden der intensiven wissenschaftlichen Analyse des Black Metal widmen können (Finanzierung steht noch aus..). 

Dr.in Anna-Katharina Höpflinger (Promotion an der Universität Zürich in Religionswissenschaft mit einer Arbeit über Drachenkampfmythen)

Moderation:
Mag. Marcel Amoser, MA. (Doktorand an der UIBK; Masterarbeit zu „Extreme Metal – Eine intersektionale Analyse von Musikvideos“ im Bereich Frauen- und Geschlechterforschung bzw. Gender Studies)

+ mit anschließendem Konzert