Geschichte ab 2007

Bögen 16 & 19 & 20 

Die p.m.k platzte von Anfang an aus allen Nähten. So gab es eigentlich schon lange die Überlegung, das Büro auszulagern und den zweiten Bogen in den Veranstaltungsbereich zu integrieren. Das war leichter gedacht als getan, denn ein Ausweichquartier für das Büro musste erst gefunden werden. Im Herbst 2006 hat sich dann die einmalige Chance ergeben, als der Dollarshop sein Geschäft aufgelassen und uns nicht nur die Nachmiete angeboten sondern uns auch seine Geschäftseinrichtung überlassen hat. So weit so gut. Fürs Arbeiten und für Meetings gab´s nun ausreichend Platz und die Riesenschubladen im neuen Büro waren ein Glückstreffer für Lager und Archiv. So kuschelig eng es manchmal auch war im alten Büro, so waren 60 m2 als gemeinsamer Arbeits- und Kommunikationsbereich für die ständigen Mitarbeiter und die Mitglieder von 27 Vereinen, gleichzeitig als Archiv und Lager hunderttausender Sachen von der p.m.k und von 27 Vereinen, weiters als Küche sowie Backstage- und Cateringbereich für die Künstler und deren Instrumentenlager bei ca. 210 Veranstaltungen pro Jahr langfristig gesehen einfach untragbar. 

Die Übersiedlung löste nicht nur die bienenkorbähnliche Situation im alten Büro, die zugegeben manchmal auch äusserst lebendig und spannend sein konnte. Das eigentlich Entscheidendende dabei war, dass dadurch endlich der Bogen 19 mit Bogen 20 zu einer sinnvollen Einheit für Veranstaltungen verbunden werden konnte. Was dem Veranstaltungsbereich der p.m.k nämlich von Anfang an immer entscheidend fehlte, war ein Foyer, eine Kommunikationszone bzw. eine gemütliche Lounge für unser Publikum. Ein derartiger in allen Kultureinrichtungen üblicher Pufferbereich, speziell für die Phasen vor und nach, aber auch während den Veranstaltungen bedingte, dass sich unsere Besucher notwendigerweise auf der Strasse aufhalten mussten, was nicht nur ungemütlich war sondern durchaus auch allerlei anrainertechnischen und sonstigen Stress verursachte. Das Foyer der p.m.k war bisher der kleine enge Gang zwischen Bar und den Toiletten und in Wahrheit hauptsächlich die Strasse. Auch für die erhöht über der Bar angebrachten Technik war es bisher nicht nur räumlich sehr beengt sondern auch aus akustischer Sicht schwierig. Aus dieser Position war eine Abmischung des Sounds kaum möglich, da andere akustische Gegebenheiten als auf der Bühne und in Publikumshöhe herrschen. Beim Soundcheck musste unzählige Male auf- und abgeklettert werden um ein befriedigendes Ergebnis zu erzielen. Während des Konzerts war ein soundtechnisches Reagieren nahezu unmöglich. 

Die wesentlichen Verbesserungen des Veranstaltungsbereiches waren also die Schaffung eines Eingangs- und Loungebreiches im ehemaligen Büro und die Verlegung der Bar dort hin. Dadurch konnte die Technik von oben nach unter übersiedeln, was sich auf die Verbesserung der Tonqualität auswirkte.

Die architektonische Umsetzung erfolgte nach einem Entwurf der jungen Tiroler Architektin Teresa Stillebacher. Auch dieser Entwurf orientierte sich an der Grundentscheidung, bei der Innenraumgestaltung auf Reduktion zu setzen und die originale massive Struktur der Viaduktbauweise beizubehalten. Eine besondere Herausforderung bei der Planung war es, die beiden getrennten Bögen optisch dergestalt zu verbinden, dass sie in der räumlichen Gesamtwahrnehmung eine Einheit bilden. Durch die Schaffung einer Durchgangszone zwischen dem eigentlichen Veranstaltungsbereich und der neuen Lounge, in der sämtliche Nebenräume wie Lager und Toiletten untergebracht wurden, ist dies optimal gelungen. So funktionieren beide Bögen zusammen bei grösseren Veranstaltungen nicht nur ästhetisch sondern auch logistisch als ein Veranstaltungszentrum. Je nach Bedarf können beide Bögen aber auch unabhängig von einander genutzt werden. Dies wurde vor allem durch eine entsprechende Verlegung der ursprünglichen Flucht-, Brandschutz- und Notausgangstüren möglich.

Dominierend gestalterisches Element in der ansonsten ebenfalls schlicht und reduziert gehaltenen Lounge bildet eine leicht schräg in den Raum positionierte Bar.  Das Barmöbel bildet durch seine hellbeige, glatte Oberfläche einen Gegenpol zum dunkel gestrichenen Estrichboden und den rauen, unbehandelten Steinwänden. In diesem einzigen raumbestimmenden Element sind ein DJ Pult ebenso integriert wie die erforderlichen Baranlagen und Geräte.

Die restliche Loungemöblierung ist flexibel und je nach Veranstaltung und Benutzer neu kombinierbar. Dem Kontext entsprechend wurden dafür alte Gehäuse von Lautsprecherboxen umgebaut und mit gepolsterten Sitzflächen versehen. Eine weiße Lackierung verleiht  der Ansammlung von Boxen ein einheitliches Bild. Inzwischen wurde jedoch dieses Mobiliar von einer noch flexibleren Einrichtung aus stapelbaren schwarzen Bierkisten mit weißen Plexiglasoberflächen abgelöst. Die einzelnen Module können dabei nach dem Prinzip eines Baukastensystems beliebig zu Sitz- und Tischlandschaften je nach Anlass und Bedarf zusammengesetzt werden.